Einen Querschnitt durch den Bereich Erste Hilfe am Kind hat Simone Kluge im Fortbildungszentrum Haus Sonnenwinkel gegeben. Die Krankenschwester ist Ausbilderin beim DRK Altkreis Wittlage für diesen Bereich und hat selber zwei Kinder. Der Abend war der Teil der im Januar gestarteten Veranstaltungsreihe für Eltern.

Zunächst einmal erläuterte sie den 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, was ein akuter Notfall ist: „Das ist eine Situation, die ohne sofortige medizinische Behandlung zu schweren bleibenden Schäden oder Tod führen kann.“ Dabei spiele es keine Rolle, ob es sich um eine Vergiftung, akute Krankheit oder Verletzung handelt. Auch bei einem Fieberkrampf ab 37,5 Grad sei Eile geboten, ansonsten spreche man ab einer Körpertemperatur von 38,5 Grad von Fieber.

Im Haushalt lauern etliche Gefahren für Kinder: Spielzeug, Steckdosen, bunte Flüssigkeiten oder Pflanzen sind nur wenige Beispiele. „Egal ob Ihr Kind verletzt ist oder etwas verschluckt hat: Bewahren Sie die Ruhe – wobei das am schwersten ist“, weiß Simone Kluge aus eigener Erfahrung.

Die Ausbilderin des DRK gab zwischendurch auch einige Tipps: „Schimpfen Sie nicht gleich, wenn das Kind etwas Verbotenes getan hat und sich dabei verletzt hat. Das führt nur dazu, dass es irgendwann gar nichts mehr erzählt.“ Denn die kindliche Psyche sei eine Besonderheit: “Kinder beziehen das Geschehen oft einzig und allein auf sich, entwickeln dadurch Schuldgefühle und bedürfen daher besonderer Zuwendung.”

Eindringlich appellierte sie an die Eltern und Großeltern, dass man ein Kind niemals auf den Kopf stellen beziehungsweise mit dem Kopf nach unten halten soll, wenn es etwas verschluckt hat: „Gerade bei Kleinkindern kann dies in Kombination mit Schütteln unter anderem zu einem Schütteltrauma führen.“ Ein Baby solle mit dem Bauch nach unten auf den Unterarm gelegt werden, mit der Handkante können dann leicht zwischen die Schulterblätter geklopft werden. Ein größeres Kind könne man über die Beine statt auf den Arm legen.  

Sollte das Kind keine Luft mehr bekommen, müssen die Eltern mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen. Wie das bei Babys und kleinen Kindern geht, konnten die Teilnehmer an Reanimationspuppen ausprobieren. Auch Tipps zur Behandlung von Brand- oder Bisswunden gab es, Gifte waren ebenfalls ein Thema. „Rufen Sie den Notarzt lieber einmal mehr als zu wenig.“

Bei ihren Ratschlägen – teils aus eigener Erfahrung – betonte sie zudem immer wieder: „Sie als Eltern/Großeltern kennen Ihre Kinder am besten und wissen, was gut für sie ist und wann sie dann doch einen Arzt aufsuchen müssen.“